Baumschnitt


Der Baumschnitt ist eine wichtige Pflegemaßnahme, die über Ertrag und Nutzbarkeit von Obstbäumen entscheidet!
Ein gut geschnittener Baum ist an klar strukturierten dicken Tragästen zum klettern/anstellen der Leiter erkennen, es gibt weiterhin keine sich kreuzenden oder in die Baummitte verlaufenden Äste und der Abstand der fruchttragenden Äste ist so gewählt, das sich Früchte und benachbarte Äste nicht gegenseitig berühren und damit beschädigen können.

baumschnitt An diesem einfachen Schaubild ist sehr schön erklärt, welche Triebe entfernt werden sollten:

   1. Triebe, die nach innen in die Baummitte wachsen
   2. Triebe, die dem Mitteltrieb konkurrenz machen
   3. Triebe, die zu dicht zu anderen Zweigen stehen


Ausserdem ist es sinnvoll, die Leitäste schon frühzeitig im Wachstum so zu Formen, das sie nicht zu steil gen Himmel ragen, sondern in einem 45° Winkel zum Stamm verlaufen. Hierdurch wird die Wasserversorgung der Früchte verbessert, ausserdem erleichtert es die Ernte wenn diese Äste gut begehbar sind und sich eine Leiter anstellen lässt.

Eine alte Bauernregel besagt, man soll seinen Obstbaum so schneiden, das man einen Strohhut durch die Äste werfen kann.

Manche Bäume neigen dazu, grade bei hohen Niederschlagsmengen Wassertriebe auszubilden. Solche Wasserschösse rauben dem Baum Kraft, die er für die Fruchtbildung benötigt. Es ist darum ratsam, die Wassertriebe rechtzeitig vor der Blüte auszuschneiden, um die empfindlichen Knospen nicht zu beschädigen.

Mit dem Obstbaumschnitt werden verschiedene Ziele verfolgt:

„Formieren“: Dabei wird versucht, ein Kompromiss zwischen „tragendem, stützendem und ernährendem Holz“ zu finden. Der Baum befindet sich dann in einem physiologischen Gleichgewicht. Der Obstbaum soll im Allgemeinen eine der natürlichen Wuchsform angepasste Kegelform erhalten, d. h. die unteren Partien sind weiter ausladend als die oberen. Damit soll eine optimale „Besonnung“ der Früchte und des Laubes erreicht werden.

„Lichteinfall“: Ein wichtiges Ziel des Baumschnittes ist die Auslichtung von zu dichten Astpartien. Nur besonnte Früchte sind schmackhafte Früchte.

„Wachstum steuern“: Generell gilt: „Sommerschnitt“ bremst das Baumwachstum und „Winterschnitt“ regt es an. Dabei ist Sommerschnitt und Winterschnitt nicht auf die entsprechenden Monate des Jahreslaufs beschränkt, sondern der Sommerschnitt stellt den Schnitt in belaubtem und der Winterschnitt – in der Vegetationspause nach dem Laubabwurf bis zum Beginn des Saftflusses – den Schnitt in unbelaubtem Zustand dar. Das Ziel jeder Schnittmaßnahme muss sein, dass immer genügend junges Holz vorhanden ist bzw. neu gebildet wird: Die meisten Obstgehölze bringen den besten Ertrag an relativ „jungem Holz“, teils am „einjährigen Holz“, teils am etwa bis zu fünf Jahre alten „mehrjährigen Holz“. Es ist jedoch zu beachten, dass nicht für jede Baumart generell zwischen Sommer- und Winterschnitt gewählt werden kann. So werden beispielsweise Pfirsich- und Mandelbäume nur während der Blütezeit geschnitten (bessere Wundheilung und Übersicht über den Blütenbesatz), bei Sauerkirschbäumen wird üblicherweise der Winterschnitt angewandt (das starke Austreiben fördert das einjährige, fruchttragende Holz) und Walnussbäume sowie Süßkirschen werden nur im Sommer in den Monaten August und September geschnitten (hier ist die bessere Wundheilung maßgeblich).

„Ertrag steuern“: Manche Obstbaumarten, insbesondere der Kulturapfel, aber auch einzelne Sorten neigen zur Alternanz, also übermäßigem Ertrag mit Ernteausfall im darauffolgenden Jahr. Dieses lässt sich durch geeigneten „Blütenschnitt“ (das ist der Schnitt während der Blütezeit) und Sommerschnitt regulieren.

Gesundheit fördern: Das Entfernen von Teilen, die mit einer Pflanzenkrankheit bereits befallen sind, wie beispielsweise Obstbaumkrebs, Mehltau oder Feuerbrand; aber auch die Pflege von Teilen, die auf Krankheitsbefall gefährdet sind, wie offene Wunden, Schnittnarben, Totholz oder Wassertaschen. Siehe auch: Baumchirurgie oder Baumpflege.