Jakobskreuzkraut (Senecio jacobaea)


jakobskreuzkraut Seit kurzem wächst bedingt durch den klimatischen Wandel und die daraus resultierende andauernde Trockenheit insbesondere das Unkraut wesentlich besser und schneller als alles Andere. Besonders eine Pflanze, die auch für uns Menschen nicht ganz ungefährlich ist, kommt mit diesen Bedingungen offenbar besser zu recht und hat bereits in vielen Teilen unserer Kleingartenanlage einzug gehalten - gemeint ist das Jakobskreuzkraut, auch Jakobs-Greiskraut oder einfach Jakobskraut genannt.
Grade in nicht bewirtschafteten Gärten und auf Brachflächen, die weder gemäht noch anderweitig kultiviert werden, breitet sich diese eigentlich recht hübsche Pflanze schnell aus, da sie sehr anspruchslos ist und sehr gut mit extremen Witterungsbedingungen zurecht kommt.

Beim Jakobskreuzkraut sind alle Pflanzenteile giftig, sie enthalten das leberschädigende Pyrrolizidinalkaloid das auch in kleinen Dosen die Leber nachhaltig schädigen kann. Der Gehalt des Giftes ist in den Blüten bis zu doppelt so hoch wie im Kraut.

Darüber hinaus ist der austretende Pflanzensaft ebenfalls stark hautreizend, er führt nicht selten zu brennenden, hochroten Hautstellen die einem fiesen Insektenstich gleichen können bishin zur Bildung von großen mit Wundsekret gefüllten Blasen.
Die Wirkung des Pflanzensaftes auf der Haut wird durch Sonnenlicht darüberhinaus noch verstärkt, daher ist es wichtig, betroffenen Stellen sofort mit viel Wasser zu reinigen und vor Sonnenlicht zu schützen. (Ähnlich dem Riesenbärenklau)
Beim Mähen von Brachflächen mit einem Freischneider sollte man unbedingt entsprechende Schutzkleidung und Visier tragen, um Haut und Augen zu schützen.

jakobskreuzkraut Es wird empfohlen, diese Pflanze bereits vor oder kurz nach Beginn der Blüte abzumähen, damit sich die löwenzahnähnliche "Pusteblume" gar nicht erst entwickelt und weiter verbreitet. Einzelne Pflanzen können mit Gartenhandschuhen einfach ausgerissen werden. Dabei ist aber zu beachten, dass der Pflanzensaft auch bei der trockenen Pflanze weiterhin aktiv und giftig bleibt - somit verbleibt die schädliche Wirkung auch im Heu erhalten und darf nicht als Futtermittel verwendet werden.

Bitte informiert auch eure Gartennachbarn über die Wirkung der Giftpflanze und werft auch mal einen kritischen Blick über den Zaun, auch in freie Gärten oder auf Freiflächen in der Umgebung. Wenn die Möglichkeit besteht, das Jakobskreuzkraut einzudämmen, dann sollte jeder mit helfen.

Übrigens:
Laut dem Nachrichtensender n-tv wurde das Jakobskreuzkraut früher als klassische Pionierpflanze von den Straßen- und Autobahnmeistereien im Straßenbegleitgrün eingesetzt. Inzwischen sei es in den Ansaatmischungen aber nicht mehr enthalten.